Freitag, 23. August 2019
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Chronik

Die "Freiwillige Feuerwehr Riesel" wurde im Jahr 1877 gegründet. Die ersten Statuten, die am 14. Mai 1883 beschlossen und von den 27 damaligen Mitgliedern unterzeichnet wurden, sind im Orginal noch erhalten. An den Paragraphen kann man sehen, daß die Feuerwehrmänner auch damals sehr pflichtbewußt sein mußten. So wurde jedes unentschuldigte Fehlen bei Feuern, Übungen oder Versammlungen mit 50 Pfennig in die Vereinskasse bestraft. Wenn dies drei mal vorgefallen war, konnte man sogar aus der Feuerwehr ausgeschlossen werden. Neben den Funktionen der Vorstandsmitglieder, war auch vorgeschrieben, daß jedes Mitglied für den Brandfall eine Funktion zugewiesen hatte. So gab es die Spritzen und Wassermannschaft und die Rettungs- (Steiger), Ordnungs- und Wachmannschaft. Außerdem sind noch Listen erhalten geblieben, in denen festgelegt wurde, welcher Landwirt in einem festgelegtem Zeitraum der Feuerwehr Gespann und Wagen zur Verfügung stellen mußte. Aus einer Verordnung aus dem Jahre 1906 geht hervor, daß die Rieseler Feuerwehr verpflichtet war, auch ungerufen zu Großbränden in einem Umkreis von 5 km, also in Rheder, Istrup, Schmechten und Brakel zu fahren, um die Löscharbeiten zu unterstützen.

Seit 1974 gibt es die freiwillige Feuerwehr als Zusammenschluß in der Großgemeinde Brakel mit Löschgruppen in allen Dörfern. Für die gesamte Großgemeinde gibt es einen Wehrführer. Die Feuerwehr ist zuständig für "Retten-Löschen-Bergen-Schützen" und für den vorbeugenden Brandschutz. In diesem Jahrhundert gab es in Riesel Gott sei Dank keine großen Brände; einer der größten Einsätze war das Hochwasser am 12.12.1988. Die Feuerwehruniformen gibt es seit den 50er-Jahren, der Einsatzanzug wurde erst ca. 1988 eingeführt.

Am 20.05.1976 erhielt die LG Riesel von der Stadt Brakel die erste Motorspritze TS8.

Nach langen Verhandlungen stellte die Stadt Brakel auch einen entsprechenden Anhänger zur Verfügung. Weitere Ausrüstungsgegenstände wurden von der aufgelösten LG Hampenhausen übernommen. Am 04.01.1977 fand die 1. offizielle Generalversammlung seit Neugründung der Wehr statt. Beschlossen wurde, dass ein monatlicher Betrag von 1,00 DM je aktivem Mitglieder zu zahlen sei. Mitglieder ab dem Alter von 60 Jahren wurden hiervon befreit. Auch wurde beschlossen, dass Einsätze bei Nichtmitgliedern kostenpflichtig sind. Die Einnahmen sollten dazu dienen, Verbrauchsmaterialien und Geräte zu beschaffen. Als weiteres Highlight des Jahres 1977 wurde das 100jährige Bestehen der Feuerwehr Riesel mit einem 2-tägigen Fest gefeiert. Begonnen wurde das Fest mit einer Feuerwehrübung mit der alten Spritze und alten Uniformen am Samstagnachmittag. Es folgte ein Wettkampf der eingeladenen Löschgruppen. Am Abend fand ein Jubiläumsball im Saal Brune, bis in den frühen Morgen statt. Der nächste Morgen begann mit dem Hochamt und endete nach einer Geräteschau und einem Festumzug mit den Wehren aus der Gemeinde Brakel, der Stadt Marienmünster, Nieheim, Steinheim, Bad Driburg und Herste am späten Abend.

Am 09.04.1980 brannte die Scheune der Familie Lücke in Riesel nieder. Das sich rasch ausbreitende Feuer konnte auch mit der Unterstützung des Löschzuges Brakel nicht gelöscht werden. Die Scheune brannte aus und die Löschgruppe Riesel übernahm die Feuerwache.

Im Jahr 1982 erhielt der Löschgruppenführer das 1. Funkgerätes. Somit war auch die Löschgruppe Riesel immer erreichbar. Das Jahr 1986 endete nach ergiebigem Regen mit einem Hochwassereinsatz, wo wir durch die Löschgruppen Frohnhausen und Schmechten unterstützt wurden. Auch das Jahr 1988 endete mit einem Hochwassereinsatz. Am 22.02.1989 wurde die Löschgruppe zu einem Badezimmer/Dachstuhlbrand Haus Jung, Am Everstein 3, Riesel gerufen.

Im Juni 1991 wurde das neue Feuerwehrgerätehaus mit Schulungsräumlichkeiten festlich eingeweiht. Ein Jahr später am 25.01.1992 erhielten wir endlich unser eigenes neues Einsatzfahrzeug ein TSF (VW LT35). Die Fahrzeugweihe fand am 24.05.1992 mit einem Festakt statt. Am 23.01.1993 wurde der Verein zur Förderung der LG Riesel gegründet.

Im Mai 1995 tritt der LG Führer Josef Wittrock von seinem Amt zurück, seine Nachfolge tritt Bernd Albrecht an. Während der Generalversammlung am 28.10.1995 wurde die erste Feuerwehrfrau Kameradin Heike Hellwig in die LG Riesel aufgenommen. Im Jahr 1996 wurde uns von Heinz und Georg Fromme eine Florian-Figur für das Gerätehaus gestiftet. Am 01.06.1996 machte die LG Riesel einen Tagesausflug nach Hamburg. In Harburg besuchten wir die Feuerwache sowie ein Feuerlöschboot. Am Nachmittag erkundigten wir mit einer Hafenrundfahrt Hamburg vom Wasser aus. Am 28.10.1998 wurde Riesel wieder von einem Hochwasser heimgesucht. Das Wasser stieg so hoch wie noch nie dagewesen und alle Kameraden und Bewohner halfen so gut sie konnten.

Im August 1998 wurden die historische Feuerwehrspritze und der Schlauchwagen im Gerätehaus aufgestellt. FW-Kamerad Josef Klages hatte die Gerätschaften liebevoll wiederhergerichtet und im Gerätehaus ein entsprechendes Gerüst angebracht.

Im Jahr 2000 wurde das Gerätehaus mit einem neuen Innen- und Außenanstrich verstehen. Weiterhin wurde die Fahrzeughalle durch eine Fachfirma gefliest.

Am 01/02. Juni 2002 feierten wir das 125jährige Bestehen der Löschgruppe Riesel mit einem Festumzug. Im Juni 2003 besuchten wir den Flughafen Frankfurt und besichtigten die dort ansässige Feuerwehr. Im Mai 2005 unternahm die Löschgruppe einen Tagesausflug nach Fulda.

Im Dezember 2004 unterstützen wir die Kameraden aus Bökendorf beim Großbrand der Firma Fenster Volmer sowie die Kameraden aus Brakel beim Großbrand der Firma Tischlerei Schunicht.

Das Jahr 2007 begann mit einem Großbrand des Hauses Vogt am Oberstein. Das alte Fachwerkhaus konnte nicht gerettet werden und brannte bis auf die Grundmauern nieder. Im Frühjahr 2007 fand ein Führungswechsel in der Löschgruppe Riesel statt. Bernd Albrecht und Ralf Bobbert wurden durch Andreas Rustemeyer und Mattias Fromme abgelöst. Erstmalig wurde im Jahr 2009 der Feuerwehreinsatztag in der Stadt Brakel durchgeführt. Im November 2010 wurde Riesel wieder von einem Hochwasser heimgesucht, es unterstützen uns die Kameraden der Löschgruppe Rheder.

Im Januar 2013 rückte die Löschgruppe zum Brand der Bäckerei Giefers in Istrup aus. Im Mai 2013 fand ein Tagesausflug zum Erlebnisbergwerk Kali & Salz, Merkers und Eisenach statt. Im Juni wurden wir zu einem PKW Brand auf der B252 zwischen Rheder und Siddessen gerufen. Die Alarmübung des Zug 4 fand auf dem Hof Menne in Riesel statt. Simuliert wurde ein Säureunfall im Kornsilo und wir wurden durch den LZ Brakel mit entsprechender Ausrüstung versorgt.

Am 03.05.2014 holte sich die LG Riesel den Stadtpokal – erstmalig seit Bestehen der Löschgruppe. Die LG Riesel holte sich mit 0 Fehlern und einer Superzeit von 2'08 Min vor der LG Rheder den Pokal.  

Am 14.04.16 reisten die Kameraden Andreas Rustemeyer, Mattias Fromme, Michael Klages und Stephan Bobbert mit dem Stadtbrandmeister Sven Heinemann nach Görlitz zur Endabnahme und Abholung des TSF-W für die LG Riesel (Bericht).

2016 riesel tsf tsfw
Nochmal zusammen: TSF Riesel (Bj. 1991) und TSF-W Riesel (Bj. 2016)

Am 15.04.2016 gegen 18.45 rollte das neue TSF-W (MAN TGL 8.180 Fahrgestell) in Riesel ein und wurde gebührend empfangen. Noch nicht mal 2 Stunden stand das TSF-W auf Rieseler Boden, wurden wir zum Einsatz (Kaminbrand, „Am Everstein“) gerufen.

 

Löschgruppenführer der Löschgruppe Riesel (soweit bekannt):

1883 – 1902 Jos. Wittrock

1902 – 1909 Anton Rustemeyer

1909 - ? Jos. Wittrock

1974 - 1976 Berthold Jung

1976 - 1977 Herbert Pott

1977 – 1981 Herbert Bobbert

1981 – 1987 Hermann Bobbert

1987 – 1995 Josef Wittrock

1995 – 2007 Bernd Albrecht

seit 2007 Andreas Rustemeyer