Donnerstag, 14. November 2019
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Neue Gelenkdrehleiter für die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Brakel

Sie leuchtet schon von weitem, die neue Drehleiter der Feuerwehr Brakel – ein 300 PS starkes Gefährt mit der Bezeichnung L 32A-XS 3.0 auf einem Mercedes Benz Atego 1530F Fahrgestell. Diese wurde nun durch Bürgermeister Hermann Temme an die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Brakel übergeben. Den kirchlichen Segen erhielt sie und alle anwesenden Feuerwehrkameradinnen und -kameraden von Pastor Willi Koch und Pastor Volker Walle. Bürgermeister Hermann Temme sagte: "Das Leben, die Gesundheit und den Besitz unserer Bürgerinnen und Bürger zu schützen gehört zu den bedeutendsten Aufgaben unserer Stadt." Er dankte dem Stadtrat und allen Mitgliedern der Ausschüsse dafür, dass sie die Entscheidung, eine 630.000 Euro teure Drehleiter anzuschaffen, fraktionsübergreifend mitgetragen haben. Die alte Drehleiter war bereits 34 Jahre alt und musste ersetzt werden.

Die Beschaffung des neuen Fahrzeugs hat insgesamt eineinhalb Jahre gedauert. Die Ausschreibung war sehr komplex und erfolgte europaweit. Dies geschah gemeinsam in interkommunaler Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Driburg, für zwei baugleiche Gelenkdrehleitern.

Die Drehleiter hat sich in den vergangenen Wochen bereits in mehreren Einsätzen bewährt: im März wurden die Einsatzkräfte zu einem Brand auf einer Gewerbehalle in Brakel gerufen als dort eine Photovoltaikanlage brannte. Zur Verstärkung angefordert wurde der Löschzug Brakel von der Nachbargemeinde Nieheim im April, als in Sommersell ein Wohnhaus mit Scheune brannte.

Für unsere Arbeit ist das schon eine deutliche Erleichterung“, sagte Sven Heinemann, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Brakel. „Dieses Modell ist technisch auf dem modernsten Stand.“

Das Fahrgestell verfügt über ein Wandler Vollautomatikgetriebe bei einer Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Bei winterlichen Verkehrsverhältnissen unterstützen die zuschaltbaren Schneeketten an der Hinterachse für den notwendigen Vortrieb.

Die sogenannte waagerecht senkrecht Abstützung sorgt im Einsatz für den sicheren Stand der Gelenkdrehleiter. Weiter ermöglicht die Abstützung ein überfahren von Hindernisse am Boden oder auf unebenen Fahrbahnen das Fahrzeug aus zu nivellieren.

Am Hauptsteuerstand kann der Drehleitermaschinist sämtliche Funktionen vom Hubrettungssatz steuern und überwachen. Hierbei stehen 3 Farbkameras zur Verfügung um das Umfeld vom Rettungskorb auch in abgelegenen Stellen z.B. bei abgeneigten Gelenkarmteil im Blick zu behalten.

Die Rückenlehne vom Sitz am Hauptsteuerstand passt sich dem Aufrichte Winkel vom Leitersatz an, damit bei langen Einsätzen ein optimaler Weitblick zum Rettungskorb möglich ist.

Der Rettungskorb bietet Platz für fünf Personen oder eine Gesamtmasse von 500 Kilogramm. Im Vergleich: beim Vorgängerfahrzeug war im Korb Platz für zwei Personen oder eine Zuladung von 180 Kilogramm. Vom Hauptbedienstand sowie vom Bedienstand im Rettungskorb ist die Steuerung und Überwachung vom Hubrettungssatz möglich.

Als Besonderheit ist hier noch zu nennen, dass die Korbfront herausnehmbar ist und dadurch gesonderten Ausrüstung wie eine Schwerlastkorbtrage für adipöse Patienten oder eine Schuttmulde am Korbboden angebracht werden können. Die Anbaumöglichkeiten für eine Krankentragen Lagerung, ein handgeführtes Wenderohr mit einem maximalen Durchfluss von 1900 l/min, eine Adapterplatte zum Betrieb von einem elektrischen Hochleistungslüfter sowie eine Kettenführung für den Schornsteinfegersatz sind am Korbgeländer vorhanden.

Zur Wasserversorgung vom Wenderohr ist auf der Oberleiter eine feste Löschwasserleitung dauerhaft mit der Wasserführung im Korb verbunden.

Damit bei Einsätzen in der Dunkelheit keine Hindernisse übersehen werden, sind folgende LED Beleuchtungen verbaut:

  • Stütztellerbeleuchtung an allen Stützen
  • Aufstiegs Beleuchtung an allen Aufstiegen
  • Umfeld Beleuchtung an den Geräteräumen
  • eingelassene Podiumsbeleuchtung
  • Flutlichtstrahler/ Skysteps zum Ausleuchten über dem Fahrzeug zum Erkennen von Stromleitungen oder Hindernisse oberhalb der Leiter
  • LED Balken und schwenkbare Scheinwerfer an der Unterleiter,
  • Positionsscheinwerfer an allen Korbecken
  • LED Scheinwerfer mit Versorgung durch Stromgenerator

Die vorgenannten Beleuchtungen können getrennt von allen Bedienständen geschaltet werden.

Der Stromgenerator auf der Lafette hinten rechts hat eine Leistung von 14 kVA und kann von allen Bedienständen gesteuert werden. Die Versorgung einer 400 Volt Hydraulikpumpe für den Notbetrieb erfolgt ebenfalls über den Generator.

In den Geräteräumen sind neben der Normbeladung noch die folgenden Ausrüstungen gelagert:

  • die Twinpack Pressluftatmer für längere Einsatzmöglichkeiten unter Atemschutz
  • eine Atemschutznotfalltasche
  • eine Wärmebildkamera
  • normale Korbtrage
  • Schwerlast Korbtrage für adipöse Patienten
  • Absperrmaterial zur Fahrzeug- und Einsatzstellenabsicherung
  • zwei Gerätesätze Absturzsicherung
  • eine Elektrokettensäge mit Schutzausrüstung für zwei Einsatzkräfte
  • ein Schornsteinfegersatz

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